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London lässt Jackdaw-Gasfeld in der Nordsee zu

Die britische Regierung hat die Umweltfreigabe für das Jackdaw-Gasfeld erteilt. Die Entscheidung ermöglicht den Start eines bereits lizenzierten Projekts und stößt auf Widerstand von Klimaschützern.

Die britische Regierung hat die Förderung im Jackdaw-Gasfeld in der Nordsee genehmigt und damit einem bereits lizenzierten Projekt die projektbezogene Umweltzustimmung erteilt. Das Department for Energy Security and Net Zero veröffentlichte die Entscheidung in einer schriftlichen Mitteilung. Sie begründet den Schritt mit Energiesicherheitsinteressen und verweist auf eine rechtliche Trennung zwischen der Vergabe von Lizenzen und der umweltrechtlichen Projektprüfung.

Nach Regierungsangaben soll Jackdaw über seine Lebensdauer eine Energiemenge im Gegenwert von rund 40 Millionen Barrel Öläquivalent liefern. Auf dem Höhepunkt könnte das Feld etwa 6 bis 6,5 Prozent der Produktion auf dem britischen Kontinentalschelf beisteuern. Die Betreiber rechnen mit 27 neuen direkten Stellen und der Sicherung von rund 273 Arbeitsplätzen; der wirtschaftliche Gesamtnutzen wird auf mehrere Milliarden Pfund geschätzt. Die North Sea Transition Authority bleibt für die Aufsicht und die Erfüllung der Auflagen im Betriebsverlauf zuständig.

Der Beschluss folgt auf rechtliche Auseinandersetzungen, in denen eine umfassendere Berücksichtigung der Emissionen aus der späteren Verbrennung des geförderten Gases eingefordert worden war. Umweltorganisationen und mehrere Abgeordnete der Labour-Partei kritisieren die Genehmigung als unvereinbar mit den britischen Klimazielen. Sie verweisen auf die Selbstverpflichtung, neue fossile Projekte zu begrenzen, und warnen vor einer Verfestigung der Import- und Verbrauchsmuster von Erdgas. Befürworter aus der Industrie und aus betroffenen Regionen argumentieren hingegen, Jackdaw stärke die Versorgungssicherheit in einer Phase hoher Importabhängigkeit und erhalte qualifizierte Beschäftigung in der Lieferkette der Nordsee.

In der politischen Bewertung spielt das Wahlprogramm der Labour-Partei von 2024 eine Rolle, das ein Ende neuer Bohrlizenzen vorsah. Die Regierung hält dem entgegen, dass Jackdaw auf bestehenden Lizenzen beruht und die Umweltprüfung projektbezogen erfolgt. Regierungssprecher betonten, alle maßgeblichen Umweltaspekte seien bewertet worden.

Die Folgen für die Emissionsbilanz bleiben umstritten. Schätzungen zur Gesamtemission über den Lebenszyklus differieren deutlich. Fachleute fordern strengere, nachprüfbare Vorgaben zur Begrenzung von Methanemissionen im Betrieb, mehr Transparenz bei Lebenszyklusrechnungen sowie höhere Investitionen in erneuerbare Alternativen und in Effizienzprogramme. Die Regierung kündigte ergänzende Auflagen an, darunter Anforderungen zur späteren Stilllegung und zur technischen Überwachung. Die Entscheidung hat überregionale Bedeutung, weil sie die Grundsatzdebatte über den Kurs der Energiepolitik des Vereinigten Königreichs zwischen Versorgungssicherheit, Standortinteressen in der Nordsee und langfristigen Klimaverpflichtungen erneut zuspitzt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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