Die britische Regierung hält ihre Rolle in der internationalen KI-Sicherheit für intakt, obwohl US-Präsident Donald Trump bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 22. September 2026 internationale Vorgaben für Künstliche Intelligenz scharf kritisierte. Ein britischer Ressortminister für KI bekräftigte laut POLITICO Europe, Londons globales Gewicht sei dadurch „nicht geschmälert“. Kern der britischen Linie bleibt, im Rahmen der anstehenden G20‑Präsidentschaft einheitliche Grundsätze für die Sicherheit von KI-Systemen voranzubringen.
Hintergrund der Debatte ist ein Bericht von POLITICO Europe vom 25. September, wonach das Weiße Haus US‑Technologieunternehmen gebeten habe, neue KI‑Modelle vorläufig nicht mit dem britischen AI Safety Institute zu teilen, bis US‑Behörden eigene Prüfungen abgeschlossen haben. Das würde den bislang frühen Zugang der britischen Prüfstelle zu sogenannten Frontier‑Modellen vorübergehend einschränken und Londons Argument für eine zentrale Rolle in Tests und Zertifizierung belasten. Aus Washington lag dazu zunächst keine offizielle, ausführliche Bestätigung vor; die Darstellung beruht auf Quellenberichten. Unternehmen wie OpenAI und Anthropic äußerten sich zu Details der Übergabepraktiken zuletzt nur begrenzt öffentlich.
Die Regierung in London verweist darauf, dass das Vereinigte Königreich in kurzer Zeit substanzielle Testkapazitäten aufgebaut hat und diese am AI Safety Institute weiter ausbauen will. Zugleich räumt sie ein, dass ein erheblicher Teil der Spitzentechnologie in den USA und China entsteht und internationale Koordination daher politisch anspruchsvoll bleibt. Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen bilaterale Gespräche mit Washington fortgesetzt werden, um verlässliche und rechtzeitige Prüfpfade für neue Modelle zu sichern.
Kurzfristig könnten verlangsamte Modellübergaben die praktische Arbeit des AI Safety Institute beeinträchtigen und geplante britische Tests verzögern. Mittel- bis langfristig setzt London auf drei Hebel: technische Prüfkompetenz, diplomatische Reichweite über die G20 und Partner in Europa sowie der Nato, die gemeinsame Standards unterstützen. Ob diese Instrumente tragen, hängt von Absprachen mit den USA und der Kooperationsbereitschaft großer Anbieter ab. Trumps Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen zeigt zugleich, dass KI‑Sicherheit politische Chefsache bleibt und nicht allein in Fachgremien entschieden wird.
Unabhängig von den aktuellen Friktionen betont die britische Seite, sie wolle als „ehrlicher Makler“ zwischen großen Technologieanbietern und Regierungen auftreten und zugleich eigene regulatorische Vorhaben mit international anschlussfähigen Kriterien unterlegen. Ziel ist es, sicherheitsrelevante Risiken neuer Modelle frühzeitig zu identifizieren, ohne Innovation zu ersticken.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).