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Lockerbie-Fall: US-Gericht vertagt Prozess gegen Mas’ud erneut

Ein US-Bundesgericht in Washington, D.C., hat den für den 25. August 2026 angesetzten Prozess gegen den Libyer Abu Agila Mohammad Mas'ud im Lockerbie-Fall zum dritten Mal verschoben. Eine Anhörung zur Verfahrenslage ist für den…

Ein US-Bundesgericht in Washington, D.C., hat den für Dienstag, 25. August 2026, geplanten Prozessbeginn gegen den Libyer Abu Agila Mohammad Mas'ud im Lockerbie-Fall kurzfristig zum dritten Mal verschoben. Nach Gerichtsangaben begründete die zuständige Richterin Dabney Friedrich die Entscheidung damit, dass der Verteidigung erst wenige Tage zuvor neue Beweisangaben übermittelt worden seien, deren Prüfung Zeit erfordere. Ein neuer Starttermin wurde nicht festgelegt.

Stattdessen wurde eine Anhörung zur Verfahrenslage für den 1. September 2026 angesetzt. Dabei soll geklärt werden, in welchem Umfang die neu offengelegten Unterlagen zu prüfen sind und welche Fristen für weitere Schritte im Verfahren gelten. Die Verschiebung betrifft ein seit Jahrzehnten verfolgtes Verfahren, in dem Beweismaterial aus mehreren Staaten und historischen Ermittlungen zusammengeführt wird.

Hintergrund ist der Bombenanschlag auf Pan Am Flug 103 vom 21. Dezember 1988. Das Flugzeug zerbrach über Lockerbie in Schottland; 270 Menschen kamen ums Leben, darunter 190 US-Staatsbürger und 43 Briten. Mas'ud ist der erste Angeklagte, der in den Vereinigten Staaten wegen des Anschlags vor Gericht gestellt werden soll. Die Anklage legt ihm zur Last, den Sprengsatz hergestellt zu haben, der in einem Koffer in das Gepäcksystem eingeschleust worden sein soll. Frühere Auseinandersetzungen drehten sich um die Herkunft von Beweismitteln, die Bewertung mutmaßlicher Geständnisse sowie Fragen der Überstellung aus Libyen.

Die neuerliche Vertagung unterstreicht die prozessualen Hürden in einem fast vier Jahrzehnte alten Fall. Nach Darstellung der Verteidigung begründet die späte Offenlegung verfahrensrechtliche Ansprüche auf umfassende Akteneinsicht und angemessene Vorbereitung. Das Gericht verweist auf die Komplexität und die Notwendigkeit, der Verteidigung ausreichende Zeit zur Prüfung der neuen Angaben einzuräumen. Welche Teile des Materials in die Beweisaufnahme gelangen, ist Gegenstand der anstehenden Anhörung.

Für Hinterbliebene im Vereinigten Königreich und in den USA bedeutet die Entscheidung ein weiteres Aufschieben eines förmlichen Hauptverfahrens, das als zentraler Schritt der juristischen Aufarbeitung gilt. Politisch bleibt der Fall sensibel: Er berührt die Zusammenarbeit internationaler Ermittlungsbehörden und die Beziehungen zu Libyen. Aussagen über einen neuen Prozessbeginn sind derzeit nicht möglich; sie hängen von den Festlegungen des Gerichts nach der Anhörung am 1. September 2026 ab. Prognosen zum weiteren Zeitplan liegen bislang nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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