Gesundheit

Krankenhaus-Trust räumt unbefugte Zugriffe auf Akte eines Mordopfers ein

Der Royal Cornwall Hospitals NHS Trust bestätigt mehrfache, nicht gerechtfertigte Zugriffe auf die elektronische Krankenakte der 2021 getöteten Michaela Hall und leitet eine Untersuchung ein.

Der Royal Cornwall Hospitals NHS Trust hat bestätigt, dass Mitarbeitende ohne klinischen Bedarf wiederholt auf die elektronische Krankenakte der 2021 in Mount Hawke (Cornwall) getöteten Michaela Hall zugegriffen haben. Die Eltern der Frau wurden nach einem routinemäßigen Audit über unbefugte Abrufe informiert. Der Trust entschuldigte sich bei der Familie, leitete eine interne Untersuchung ein und kündigte die Überprüfung von Zugriffsregeln an.

Nach Angaben des Trusts gibt es bislang keinen Hinweis, dass die Einsichten einem strafbaren Zweck dienten oder Daten an Dritte weitergegeben wurden. Die Angehörigen fordern dennoch die Einschaltung der Polizei. Der Trust erklärte, man prüfe disziplinarische Schritte nach den eigenen Personalregeln und werde die Ergebnisse der Untersuchung dokumentieren. Ob der Vorfall an die Datenschutzaufsicht Information Commissioner's Office gemeldet wird, ist noch offen.

Der Fall reiht sich in mehrere in den vergangenen Jahren bekannt gewordene Vorfälle ein, bei denen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ohne erkennbaren dienstlichen Bedarf sensible Daten einsehen konnten. Auch innerhalb des Gesundheitsdienstes gab es nach schweren Gewalttaten und anderen Aufsehen erregenden Ereignissen immer wieder Untersuchungen zu unangemessenen Zugriffen auf Patientendaten. Fachleute verweisen darauf, dass elektronische Systeme detaillierte Protokolle führen und dadurch Missbrauch erkennbar machen – zugleich erfordert dies klare Rollen- und Rechtekonzepte sowie wirksame Schulung und Aufsicht.

Rechtlich können unbefugte Zugriffe innerbetriebliche Disziplinarmaßnahmen nach sich ziehen. Bei Verdacht auf Straftaten kommen Ermittlungen der Polizei sowie aufsichtsrechtliche Schritte durch das Information Commissioner's Office in Betracht. NHS England empfiehlt seit geraumer Zeit strengere Kontrollen, verpflichtende Meldungen relevanter Vorfälle und regelmäßige Audits. Datenschützer begrüßen konsequente Nachverfolgung, warnen aber vor einer Überzentralisierung, die in Notfällen zeitkritische Behandlungsentscheidungen erschweren könnte.

Im Mittelpunkt steht im aktuellen Vorgang die Frage, ob die Schutzmechanismen des Trusts ausreichend waren und wie transparent Ergebnisse interner Prüfungen gegenüber Betroffenen offengelegt werden. Der Trust verweist auf laufende Ermittlungen und kündigt weitere Informationen an, sobald diese vorliegen. Die zentralen Angaben beruhen auf Mitteilungen des Royal Cornwall Hospitals NHS Trust und auf Darstellungen der Familie von Michaela Hall; weitergehende Details zu beteiligten Personen, Häufigkeit der Zugriffe und möglichen Sanktionen sind bislang nicht veröffentlicht.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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