Wirtschaft

Graduate-Stellen im Vereinigten Königreich auf Tiefststand seit 2016 – Adzuna zählt 8.383 Anzeigen im Juli

Die Zahl der speziell für Hochschulabsolventen ausgeschriebenen Stellen ist im Juli im Vereinigten Königreich auf 8.383 gefallen – 45 Prozent weniger als vor einem Jahr und der niedrigste Stand seit Beginn der Adzuna-Erhebung 2016.

Die Zahl der im Vereinigten Königreich ausgeschriebenen Graduate-Stellen ist im Juli auf 8.383 gefallen und liegt damit 45 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der entsprechenden Erfassung durch die Job-Plattform Adzuna im Jahr 2016. Auf die neuen Daten machten britische Medien am 24. August aufmerksam, darunter The Guardian, der sich auf Adzuna-Zahlen beruft.

Adzuna wertet für seinen monatlichen Arbeitsmarkt-Überblick automatisiert Online-Stellenanzeigen aus zahlreichen Quellen aus. Erfasst werden dabei auch speziell als „Graduate“-Rollen ausgewiesene Einstiegspositionen – ein Segment, das traditionell als Eintrittspforte in Bereiche wie Consulting, Finanzdienstleistungen, Ingenieurwesen und Verwaltung dient. Die Kennzahl bildet Ausschreibungen ab, nicht tatsächliche Einstellungen, liefert aber einen zeitnahen Indikator für die Nachfrage nach Berufsanfängerinnen und -anfängern.

Der Einbruch fügt sich in ein insgesamt verhalteneres Einstellungsumfeld. So berichtete Reuters jüngst unter Verweis auf Indeed-Daten von nachlassender Einstellungsdynamik in Großbritannien zur Jahresmitte, bei zugleich steigender Nachfrage nach spezialisierten digitalen Kompetenzen. Bereits im Februar hatte Bloomberg gemeldet, dass die Zahl der Graduate-Ausschreibungen erstmals seit Beginn der Adzuna-Reihe unter die Marke von 10.000 gefallen war; der Juli-Wert vertieft diese Entwicklung.

Als Treiber des Rückgangs werden in der Debatte eine vorsichtigere Personalpolitik in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, anhaltender Kostendruck sowie strukturelle Verschiebungen am Arbeitsmarkt genannt – darunter Automatisierung, die stärkere Gewichtung von Projektarbeit und eine Nachfrageverschiebung hin zu Bewerberprofilen mit ausgewiesenen Tech- und Datenfähigkeiten. Einige Arbeitgeber richten laut Branchenbeobachtern ihre Einstiegswege entsprechend neu aus: Neben klassischen Graduate-Programmen gewinnen praxisnahe Formate wie berufsbegleitende Qualifizierung und projektbasierte Einsätze an Bedeutung.

Für Hochschulabsolventinnen und -absolventen verschärft die geringere Zahl an Ausschreibungen die Konkurrenz um Einstiegspositionen. Universitäten und Politik diskutieren daher Maßnahmen, um Übergänge in Beschäftigung zu erleichtern – von gezielten Förderanreizen für Einstiegsjobs bis zur Stärkung betrieblicher Ausbildungspfade. Während das Office for National Statistics die amtlichen Daten zum Arbeitsmarkt liefert, bieten die Adzuna-Zahlen einen kurzfristigen Blick auf die Entwicklung des Anzeigenmarkts und damit auf die unmittelbaren Chancen junger Bewerberinnen und Bewerber am Beginn ihrer Erwerbsbiografie.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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