Wales

Fund eines römischen Forts in Wales stützt Sage um Magnus Maximus

Archäologen haben nahe Frenni Fawr in Pembrokeshire ein spätrömisches Fort identifiziert. Funde des 4. Jahrhunderts stützen die in der Mabinogion überlieferte Erzählung um Magnus Maximus.

In den Preseli Hills in Pembrokeshire ist ein bislang unbekanntes römisches Fort nachgewiesen worden. Die Entdeckung südwestlich des Gipfels von Frenni Fawr wurde am 12. Oktober 2026 öffentlich gemacht. Gefundene Münzen, Keramik, Dachziegel sowie verdichtete Lehmböden datieren die Nutzung in das späte 4. Jahrhundert nach Christus. Das Projekt leitet der Archäologe Mark Merrony, der die Stätte 2024 zunächst auf Satellitenbildern identifiziert und seither mit geophysikalischen Messungen und Sondagen bestätigt hat.

Nach den vorliegenden Angaben misst die Anlage rund 180 mal 150 Meter, besitzt abgerundete Ecken und folgt dem rechteckigen Grundriss typischer Hilfstruppenlager. Im Inneren zeichnen sich ein zentrales rechteckiges Gebäude und ein weiter südlich gelegenes, größeres Rechteck ab. Merrony hält diese Befunde für mit einer Principia, dem Stabsgebäude, und einem Kommandantenhaus vereinbar. Aus der Größe wird vorläufig auf eine Belegung von etwa 500 Soldaten geschlossen.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt der Fund, weil er eine mittelalterliche Überlieferung stützt. In der Erzählung The Dream of Macsen Wledig aus der walisischen Mabinogion-Sammlung lässt der spätrömische Usurpator Magnus Maximus ein Lager bei Frenni Fawr errichten. Die nun datierten Funde belegen keinen persönlichen Aufenthalt einer historischen Figur, sie machen die in der Region tradierte Lagererzählung jedoch plausibler. Damit erweitert die Stätte zugleich das Bild der römischen Militärpräsenz in Westwales und zeigt, dass römische Einheiten auch abgelegene Hochlandräume nutzten.

Methodisch bleibt Vorsicht geboten. Die Zuschreibung an eine bestimmte Truppe oder einen Befehlshaber ist derzeit nicht möglich. Für eine belastbare Einordnung sind zusätzliche naturwissenschaftliche Datierungen und die konservatorische Prüfung der Münzen nötig. Eine unabhängige Bewertung durch Einrichtungen wie die Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales sowie die Einordnung in die bestehende Fundlandschaft von Coflein und Heneb stehen aus. Eine wissenschaftliche Erstveröffentlichung der Befunde wird vorbereitet.

Sollte sich die Datierung bestätigen, relativiert das Fort die verbreitete Annahme, Westwales sei in der Spätantike nur randständig militärisch genutzt worden. Für die Forschung zu spätantiken Kommandostrukturen in Britannien würde die Stätte einen seltenen archäologischen Bezugspunkt liefern. Das öffentliche Interesse an der weiteren Auswertung dürfte entsprechend hoch bleiben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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