Die Financial Conduct Authority (FCA) hat am 26. August 2026 drei ehemalige Führungskräfte von Dolfin Financial (UK) Limited wegen Verstößen im Zusammenhang mit dem britischen Investor‑Visum gesperrt. Nach Angaben der Behörde wurden zwischen 2016 und 2019 mindestens 99 Personen über ein eigens konstruiertes Modell zum Erhalt eines Investor‑Visums geführt; daraus sollen Honorare von insgesamt mindestens £35,5 Mio. geflossen sein.
Betroffen sind Denis Nagy, früherer Chief Executive von Dolfin Financial, Roman Joukovski, Mitgründer, und Sanjay Maraj, ehemaliger Finanzdirektor. Nagy muss zudem £324.800 zahlen, Maraj £122.000. Alle drei dürfen künftig keine regulierten Tätigkeiten im britischen Finanzsektor ausüben. Laut FCA war das Angebot so gestaltet, „den falschen Eindruck zu erwecken“, die Home‑Office‑Vorgaben zum Investor‑Visum seien erfüllt, obwohl Kunden nicht die geforderten Eigenmittel von £2 Mio. investierten, sondern stattdessen eine Gebühr von etwa £400.000 entrichteten.
Die FCA schreibt Nagy und Joukovski führende Rollen bei Konzeption und Betrieb des Modells zu; Maraj habe die finanziellen Abläufe verantwortet. Zudem wirft die Aufsicht dem Trio vor, wesentliche Informationen gegenüber der FCA und dem Home Office verschleiert zu haben. Teile der Entscheidung sind dem Upper Tribunal zur Überprüfung vorgelegt; entsprechende Feststellungen gelten bis zur gerichtlichen Entscheidung als vorläufig.
Die Maßnahmen knüpfen an frühere Eingriffe an: Bereits im März 2021 hatte die FCA Dolfin Financial wegen Bedenken im Zusammenhang mit Geschäften rund um das Tier‑1/Investor‑Visum und unzureichenden Kontrollen zur Verhinderung finanzieller Straftaten Beschränkungen auferlegt. Die nun verhängten Sperren und Bußgelder markieren eine weitere Eskalationsstufe in einem seit Jahren verfolgten Komplex, in dem Einwanderungs- und Aufsichtsrecht eng verzahnt sind.
Einordnung und Folgen: Die Entscheidung unterstreicht die Bereitschaft der FCA, gravierende Compliance‑Mängel mit persönlichen Sanktionen gegen Verantwortliche zu ahnden. Für ehemalige Kunden und betroffene Vermögenswerte bleibt die Lage vorerst unübersichtlich; das Verfahren vor dem Upper Tribunal kann einzelne Punkte der Aufsichtsentscheidung noch verändern. Klar ist jedoch: Modelle, die Einwanderungsregeln umgehen und hohe Geldflüsse strukturieren, stehen im Vereinigten Königreich weiter im Zentrum aufsichtsrechtlicher Aufmerksamkeit.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).