Der durchschnittliche Dieselpreis an Tankstellen im Vereinigten Königreich hat am 2. Oktober 2026 erstmals 2 Pfund je Liter erreicht. Das bestätigten am Freitag Preisindizes und Autofahrerverbände. Das RAC sprach von einem Rekordwert; die AA berichtete, ein erheblicher Teil der erfassten Zapfstellen in Großbritannien verlange inzwischen 2 Pfund oder mehr. Autobahntankstellen lagen demnach besonders häufig darüber. Die RAC Foundation verwies darauf, dass der Durchschnittswert die bisherigen Höchststände der Energiemärkte nun übertroffen habe.
Als Hauptursache nennen Marktbeobachter Störungen der Versorgung mit Rohöl und raffinierten Produkten aus dem Golf. Die Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus sei seit Februar 2026 wiederholt beeinträchtigt worden, was die globale Verfügbarkeit von Dieselkraftstoff verknappt und die Großhandelspreise erhöht habe. Zusätzlich wirkten höhere Transport- und Versicherungskosten preistreibend. Nach Angaben von Preisplattformen wie Fuel Finder zeigen sich die Spitzenwerte besonders an stark frequentierten Strecken, während einzelne Regionen moderatere Niveaus halten.
Die Folgen reichen durch die Lieferketten: Speditionen führen Zuschläge ein, Handwerks- und Lieferbetriebe melden steigende Betriebskosten, und Landwirte warnen vor Mehrbelastungen in einer ohnehin angespannten Saison. Die Federation of Wholesale Distributors rechnet mit zusätzlichen Kosten in der Lebensmittellogistik, die sich zeitversetzt in Verbraucherpreisen niederschlagen könnten. Wie stark und wie schnell diese Effekte wirken, hängt laut Branchenkreisen von der Dauer der Engpässe am Weltmarkt ab.
Die Regierung teilte mit, Lagerbestände und Versorgungswege würden laufend überwacht; Gespräche mit europäischen Partnern und Marktteilnehmern hätten in dieser Woche stattgefunden. Diskutiert werden koordinierte Freigaben von Reserven und befristete fiskalische Entlastungen. Solche Schritte könnten die Lage an den Zapfsäulen kurzfristig dämpfen, setzen aber globale Preisimpulse nicht außer Kraft. Nach einem Bericht von Sky News bewertet die Regierung die inländischen Bestände als widerstandsfähig, hält sich jedoch zusätzliche Optionen offen.
Der Preissprung folgt einem seit dem Frühjahr anhaltenden Aufwärtstrend. Datenreihen von Verbraucherportalen und Verbänden zeigen, dass die durchschnittlichen Dieselpreise seit Ende Februar deutlich gestiegen sind. Ob das neue Niveau anhält oder rasch nachgibt, hängt von drei Faktoren ab: der Sicherheit der Schifffahrtswege, den verfügbaren Raffineriekapazitäten und politischen Entscheidungen, die die Öl- und Produktmärkte entlasten könnten. Prognosen bleiben unsicher; gesichert ist vorerst nur der Rekordstand an den britischen Zapfsäulen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).