Vier von fünf Verkäufen in Londons teuersten Stadtteilen erfolgen derzeit unter dem ersten Angebotspreis. Das geht aus einer neuen Auswertung der Privatbank Coutts zum dritten Quartal 2026 hervor, die einen Preisrückgang in Prime Central London um rund 5 Prozent meldet. Betroffen sind vor allem Lagen wie Mayfair, Belgravia, Knightsbridge und South Kensington, die seit längerem als Kern des Luxussegments gelten.
Coutts verortet die Entwicklung im Kontext eines abgekühlten britischen Immobilienmarkts, der auch das oberste Preissegment erfasst. Der Guardian berichtete, dass in den exklusivsten Postleitzahlen nun etwa 80 Prozent der Transaktionen unter dem ursprünglich geforderten Preis zustande kommen. Die Bank stützt sich dabei auf ihren London Prime Property Index, der Angebot, Nachfrage und erzielte Preise in den hochpreisigen Postleitzahlen erfasst.
Branchenindikatoren bestätigen die Abschwächung. LonRes verzeichnete für Prime Central London im dritten Quartal 2026 geringere Verkaufsaktivität und verweist auf ausgeprägtere Preisnachlässe bei lange gelisteten Objekten. Savills berichtet zwar weiterhin von vereinzelten Abschlüssen im zweistelligen Millionenbereich, betont jedoch, dass solche Ausreißer die Breite des Marktes nicht repräsentieren. Insgesamt deuten die Indikatoren auf einen Käufermarkt hin, in dem realistische Preisansetzungen den Ausschlag für zügige Abschlüsse geben.
Zu den genannten Belastungsfaktoren zählen nach Einschätzung von Marktbeobachtern höhere Finanzierungskosten und Unsicherheit über den weiteren Zinskurs. Hinzu kommen steuerpolitische Änderungen für Wohlhabende, darunter die Reform der sogenannten Non-Dom-Regelungen, sowie eine verhaltenere Nachfrage aus dem Ausland. Diese Zuschreibungen stammen aus Kommentaren von Maklerhäusern und Datendiensten; sie ergänzen die von Coutts ausgewiesenen Kennzahlen, ohne deren Messgrößen zu verändern.
Für Eigentümer in den genannten Lagen bedeuten Verkäufe unter Angebotspreis gegenüber früheren Spitzenwerten teils erhebliche Abstriche. Käufer wiederum finden selektiv Verhandlungsspielräume, insbesondere bei Objekten, die länger am Markt sind oder Modernisierungsbedarf aufweisen. Wie stark die Anpassung im Einzelfall ausfällt, hängt von Lage, Zustand und Preisstrategie ab.
Tatsachen, Zuschreibungen und Prognosen bleiben getrennt: Die Zahlen zu Anteilen der Verkäufe unter Angebotspreis und zum Preisrückgang im dritten Quartal 2026 beruhen auf der Auswertung von Coutts. Hinweise zu Transaktionsdynamik und Marktbreite stammen aus Berichten von LonRes und Savills. Aussagen zu Ursachen und möglichen weiteren Effekten geben die Einordnungen von Branchenbeobachtern wieder.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).