Wirtschaft

Bailey warnt: Populismus gefährdet Unabhängigkeit der Zentralbanken

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, hat in einer Grundsatzrede an der London School of Economics vor wachsendem populistischem Druck auf die Unabhängigkeit von Zentralbanken gewarnt und mehr Transparenz sowie parlamentarische Rechenschaft gefordert.

Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, hat am 4. September 2026 an der London School of Economics vor einem wachsenden populistischen Druck auf unabhängige Notenbanken gewarnt. In seiner Grundsatzrede bei der LSE TRIUM Anniversary Conference bezeichnete er diese Entwicklung als „ernste Herausforderung“ für Institutionen, die Preisstabilität und ein widerstandsfähiges Finanzsystem sichern sollen. Die Bank of England veröffentlichte den Text am selben Tag.

Bailey erinnerte daran, dass die Befugnisse moderner Zentralbanken demokratisch durch Parlamente übertragen sind. Ihre Legitimität beruhe auf klaren gesetzlichen Mandaten, Transparenz und Rechenschaft gegenüber dem Parlament. Unabhängigkeit bedeute nicht Entkopplung von demokratischer Kontrolle, sondern sei eine Arbeitsbedingung, um das Mandat verlässlich zu erfüllen.

Zugleich konstatierte Bailey eine verschärfte Debatte, in der unabhängige Behörden teilweise als „unrepräsentative Eliten“ dargestellt würden. Solche Narrative hätten praktische Folgen: Wenn Entscheidungen der Geldpolitik und der Finanzaufsicht als einseitig oder im Interesse einzelner Gruppen wahrgenommen würden, sinke die gesellschaftliche Akzeptanz. Das könne die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen verringern und das Vertrauen in die Rahmenordnung belasten.

Als Gegenstrategie forderte Bailey mehr und besser erklärte Transparenz, eine konsequente Einbindung des Parlaments sowie eine offenere öffentliche Kommunikation. Damit solle verdeutlicht werden, dass Unabhängigkeit und Rechenschaft zusammengehören. Die Bank of England müsse, so Bailey, nicht nur gut begründete Entscheidungen treffen, sondern diese so erläutern, dass ihre Ziele und Grenzen nachvollziehbar sind.

Die Rede fiel in eine Phase intensiver Diskussionen über die Rolle der Zentralbanken in mehreren Industriestaaten. In Großbritannien hatten Parteien und Kommentatoren zuletzt wiederholt Wirkung und Reichweite der Bank of England thematisiert, insbesondere mit Blick auf Kaufkraft, Hypothekenkosten und die Funktionsweise der Finanzmärkte. Bailey griff diese Kontextfaktoren auf, ohne kurzfristige Kurswechsel in Aussicht zu stellen. Er betonte, die zentrale Aufgabe bleibe, das Vertrauen in die Zukunft zu stärken, damit Finanzmärkte Kapital effizient zuordnen können.

Die hier berichteten Inhalte und Datumsangaben beruhen auf der am 4. September 2026 veröffentlichten Rede des Gouverneurs auf der Website der Bank of England und auf zeitnaher Berichterstattung britischer Medien.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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