Wirtschaft

Bailey sieht gedämpfte Zweitrundeneffekte und dämpft Erwartungen an schnelle Zinsschritte

Vor der nächsten Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses betont Notenbankchef Andrew Bailey, dass bislang nur verhaltene Lohn- und Preiseffekte zu sehen sind. Das spricht für einen abwartenden Kurs der Bank of England.

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, sieht derzeit nur gedämpfte Zweitrundeneffekte der Inflation. Vor der nächsten Entscheidung des Geldpolitischen Ausschusses sagte er am 28. August 2026, die bislang erkennbaren Rückkopplungen von höheren Energiepreisen auf Löhne und Dienstleistungen fielen verhalten aus. Das verschafft der Notenbank aus seiner Sicht Spielraum, die Datenlage weiter zu beobachten, bevor über eine Kursänderung entschieden wird.

Der unmittelbare Anlass sind jüngste Preisimpulse durch höhere Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen. Nach Baileys Darstellung zeigen die verfügbaren Indikatoren – insbesondere Lohnabschlüsse, Dienstleistungsinflation und Preisweitergaben in Lieferketten – bislang keine selbst verstärkende Lohn-Preis-Dynamik. Er verband diese Einschätzung mit dem Vorbehalt, dass sich die Lage ändern könne, sollte der Kostendruck anhalten oder sich verschärfen.

Faktisch hatte die Bank of England bei ihrer Sitzung Ende Juli 2026 den Bank Rate bei 3,75 Prozent belassen; der Beschluss fiel mit 6:3 Stimmen im Geldpolitischen Ausschuss. In Protokollen und Begleitreden wurde bereits betont, wie wichtig es ist, Zweitrundeneffekte genau zu verfolgen. Baileys jüngste Einordnung bestätigt diese Linie: Sie verankert die laufende Debatte stärker in den beobachteten Daten und verringert aus Marktsicht die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Zinserhöhung, ohne künftige Schritte auszuschließen.

Die geldpolitische Abwägung bleibt eindeutig: Werden aus einmaligen Preisschocks dauerhafte Lohn- und Preisanpassungen, steigt das Risiko, dass sich die Inflation vom Ziel der Bank von 2 Prozent entfernt. In diesem Fall wäre eine schnellere und stärkere Straffung naheliegend. Bleiben die Rückkopplungen begrenzt, kann die Notenbank den bisherigen Kurs fortsetzen und die Wirkung bereits vorgenommener Straffungen sowie neue Daten zu Löhnen, Dienstleistungen und Erwartungen abwarten.

Bailey trennte erkennbar zwischen Beobachtung und Entscheidung. Seine Formulierung signalisiert einen vorsichtig abwartenden Kurs, bindet die nächsten Schritte jedoch an eingehende Veröffentlichungen. Risiken bestehen fort: Ein erneuter Anstieg der Energiepreise, hartnäckige Dienstleistungsinflation oder höhere Lohnforderungen könnten die Einschätzung rasch verändern und zusätzlichen Handlungsdruck erzeugen. Zugleich hängt der Ausblick von externen Faktoren ab, die die Importpreise und damit den inländischen Kostendruck beeinflussen. Klar ist: Entscheidend bleiben die Daten der kommenden Wochen vor der nächsten Zinssitzung im Vereinigten Königreich.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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