Kurzmeldung
Archäologen des Perth Charterhouse Project haben bei einer begrenzten Ausgrabung im Stadtzentrum von Perth bearbeitete Sandsteinquader in einem Abfluss unter dem Gelände des King James Sechste Hospital freigelegt. Die Arbeiten fanden im Rahmen einer einwöchigen Sondage statt, die von der University of the Highlands and Islands wissenschaftlich begleitet wird; erste Berichte wurden am 11. Oktober 2026 in der BBC aufgegriffen.
Bei der freigelegten Struktur handelt es sich um einen 18.‑Jahrhundertlichen gemauerten Durchlass (culvert) mit handgefertigten Ziegeln und Seitenmauern aus Sandstein, in denen einzelne zuvor bearbeitete Quader eingebaut sind. Die Quader zeigen glatte, behauene Flächen und Meißelspuren, Merkmale, die auf sekundäre Verwendung hochwertiger Bauteile hindeuten können. Die Forschenden werten das Ensemble als mögliches Beispiel für die Wiederverwendung mittelalterlicher Baumaterialien beim Bau frühneuzeitlicher Infrastruktur.
Das Perth Charterhouse war eine königliche Kartause, deren Gründung auf das frühe 15. Jahrhundert zurückgeht; Historiker verweisen darauf, dass nach der Reformation viele Klosterbauten abgetragen und deren Steine für Neubauten genutzt wurden. Wissenschaftlich gesichert sind bislang die Freilegung des Abflusses, seine Einordnung in das 18.
Jahrhundert aufgrund der verwendeten Ziegel und die dokumentierte Anwesenheit bearbeiteter Sandsteinquader. Nicht gesichert ist die direkte Herkunft dieser Quader aus dem Charterhouse: Das Projekt kündigt nun petrographische Untersuchungen, Vergleich der Bearbeitungsmerkmale und gegebenenfalls geochemische Analysen an, um Herkunft und Alter genauer zu bestimmen. Sollte sich ein klarer Zusammenhang zum Charterhouse nachweisen lassen, würde dies Erkenntnisse zur materiellen Ausstattung einer seltenen königlichen Kartause in Schottland liefern und zeigen, wie mittelalterliche Architekturfragmente in späteren Stadtschichten überdauern.
Bis dahin trennen die Projektverantwortlichen klar belegte Befunde von vorläufigen Interpretationen; weitere Sondagen sind geplant, um die Befundlage zu verdichten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).