Der ehemalige Chefökonom der Bank of England, Andy Haldane, hat am 6. Oktober in London vor wachsenden Risiken am britischen Anleihemarkt gewarnt. Anhaltend hohe Renditen auf gilts und ein unklarer fiskalischer Kurs vor dem Herbstbudget am 28. Oktober 2026 setzten das Finanzierungsumfeld unter Druck und könnten Hypothekenzinsen weiter nach oben treiben, sagte Haldane. Großbritannien bewege sich ohne überzeugende Konsolidierungssignale der Regierung „auf dünnem Eis“.
Seine Einschätzungen fielen am Rande der Veranstaltung „How Britain Can Win“ von Goldman Sachs 10,000 Small Businesses UK. Branchenmedien zitierten Haldane mit der Forderung, Ausgabenprioritäten klar zu setzen, um das Vertrauen großer Anleihekäufer zu stabilisieren. Zinsschritte der Bank of England allein dürften gegen ein dauerhaft höheres Renditeniveau am langen Ende nur begrenzt wirken.
Die Marktlage ist angespannt: Die Rendite 30‑jähriger gilts überschritt am 1. Oktober zeitweise 6 Prozent, den höchsten Stand seit 1998, wie Reuters berichtete. Solche Bewegungen erhöhen die Absicherungskosten der Kreditinstitute und schlagen erfahrungsgemäß rasch auf die Konditionen für länger laufende Festzinsdarlehen durch. Mehrere Anbieter haben in den ersten Oktobertagen Festzinsangebote zurückgezogen oder neu bepreist.
Für Haushalte und Unternehmen rückt damit die fiskalische Kommunikation in den Mittelpunkt. Ein Budget, das den Märkten glaubwürdig Disziplin signalisiert, könnte Risikoaufschläge an langen Laufzeiten dämpfen und Spielraum für wieder günstigere Festzinsen eröffnen. Fällt die Botschaft schwach aus, droht eine weitere Verteuerung der langfristigen Refinanzierung. Diese Szenarien sind Einschätzungen von Marktteilnehmern; ihre tatsächliche Wirkung hängt von den konkreten Maßnahmen und der Reaktion der Investoren ab.
Institutionelle Investoren achten neben der Schuldenentwicklung auf die Emissionsstrategie des Schatzamts und darauf, ob strukturelle Faktoren – etwa globale Angebotsverknappung bei sicheren Langläufern – die Renditekurve am oberen Ende verankern. Haldane betonte, dass die Glaubwürdigkeit der Fiskalpolitik für den Kurs britischer Staatsanleihen entscheidend bleibe.
Faktisch belegt sind die Renditeanstiege an den langen Laufzeiten und die jüngsten Angebotsanpassungen im Hypothekengeschäft. Haldanes Warnung ist eine zugeschriebene Einschätzung. Der Stresstest für gilts und Hypothekenzinsen folgt mit dem Herbstbudget am 28. Oktober 2026, das die Richtung für die weitere Preisbildung am Markt vorzeichnet.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).