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Andrew Bailey warnt G20 vor künstliche Intelligenz-Risiken für die Finanzstabilität

In einem heute veröffentlichten Schreiben mahnt der Gouverneur der Bank of England Vorsorge gegen Cyberrisiken und mögliche Marktkorrekturen durch Frontier-KI an.

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England und Vorsitzender des Finanzstabilitätsrats (Financial Stability Board), hat die G20-Finanzminister und Zentralbankchefs in einem am 31. August 2026 veröffentlichten Schreiben vor neuen Risiken durch fortgeschrittene Systeme der künstlichen Intelligenz gewarnt. Als unmittelbarste Gefahr für das Finanzsystem benennt er das Cyberrisiko. Frontier-KI könne Tempo, Reichweite und Kostenstruktur von Angriffen verändern und so Störungen grenzüberschreitend zugleich auslösen.

Laut dem Schreiben verschärfen mehrere strukturelle Verwundbarkeiten die Lage: entscheidende Abhängigkeiten von wenigen Technologie- und Cloudanbietern, hohe Modell- und Datenkonzentration sowie komplexe Lieferketten. Diese Bündelungen erhöhten die Wahrscheinlichkeit systemischer Effekte, wenn eine Störung mehrere kritische Dienste gleichzeitig trifft. Der Finanzstabilitätsrat betont, dass insbesondere operationelle Ausfälle in Zahlungs-, Handels- oder Risikomanagementsystemen rasch auf andere Marktsegmente übergreifen könnten.

Neben der IT-Sicherheit verweist Bailey auf Bewertungs- und Liquiditätsrisiken: Überzogene Erwartungen an KI-nahe Geschäftsmodelle könnten zu Fehlbewertungen führen. Eine abrupte Marktkorrektur würde die Refinanzierung verteuern, Hebelwirkungen freilegen und über die Kreditkanäle auf die Realwirtschaft wirken. Die Bank of England hatte bereits in ihrem Finanzstabilitätsbericht vom Juli 2026 vor möglichen Wechselwirkungen zwischen Marktbewertungen, Liquidität und Kreditbedingungen im Kontext der künstlichen Intelligenz gewarnt.

Für das Vereinigte Königreich nennt das Schreiben Handlungsfelder, die auch international abgestimmt werden sollen: strengere Melde- und Transparenzpflichten zu operationellen Vorfällen, robuste Tests der Cyberabwehr und Notfallpläne, Mindeststandards für Auslagerungen an Drittanbieter sowie koordinierte Stresstests. Nationale Maßnahmen allein reichten nicht aus, da die kritische Infrastruktur und Datenflüsse global verzahnt seien.

Bailey formuliert bewusst keine deterministische Prognose. Ob es zu einer Marktkorrektur kommt und wie schwer sie ausfällt, hänge von Marktbewegungen, Risikokonzentrationen, der Reaktion der Aufsicht und der Geschwindigkeit technischer Gegenmaßnahmen ab. Der Appell zielt daher auf Vorsorge: Frühzeitige Resilienzmaßnahmen senken die Eintrittswahrscheinlichkeit schwerer Störungen und begrenzen deren Folgekosten.

Der Finanzstabilitätsrat verweist in diesem Zusammenhang auf laufende Arbeiten zu guten Praktiken beim verantwortlichen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Ziel ist, Innovation zu ermöglichen, ohne die Finanzstabilität zu gefährden. Für Behörden und Institute im Vereinigten Königreich und darüber hinaus bedeutet dies, Governance, Tests und Abhängigkeiten von Drittanbietern jetzt überprüfbar zu machen – bevor Frontier-KI die bekannten Verwundbarkeiten weiter verstärkt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

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