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Abgeordnete rügen Sizewell C: Risiken für Steuerzahler, hohe Renditen für Investoren

Das Public Accounts Committee warnt im neuen Bericht vor einer Schieflage bei Sizewell C: Staat und Verbraucher tragen die Hauptlast der Risiken, während private Investoren zweistellige Renditen erzielen könnten. Das National Audit Office fordert…

Das Public Accounts Committee hat die Finanzierungs- und Governance-Struktur für das Kernkraftwerk Sizewell C in einem am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht scharf kritisiert. Die Abgeordneten sprechen von einem „schlechten Deal“ für Steuerzahler und Verbraucher und sehen private Investoren übermäßig begünstigt. Bereits am 12. Mai 2026 hatte das National Audit Office in einer Untersuchung erhebliche Risiken für die öffentliche Hand konstatiert und zusätzliche Kontrollen empfohlen.

Nach Einschätzung des Public Accounts Committee tragen der Staat und die Verbraucher den Großteil der Finanzierungs- und Baurisiken, während Investoren mit nominalen Renditen von 10,8 bis 13,0 Prozent rechnen könnten. Die Projektkosten werden aktuell mit etwa 40,5 bis 47,7 Milliarden Pfund (in Preisen 2024–25) veranschlagt. Je nach Szenario liegt die Fertigstellung zwischen 2039 und 2043. Steigen die Kosten an das obere Ende der Spanne, erwartet das Gremium deutlich höhere Belastungen für Verbraucher über Zuschläge während der Bauphase und über die Laufzeit des Projekts. Dagegen müssten Investoren laut Bericht nur begrenzt zusätzliches Eigenkapital bereitstellen.

Kritik üben die Abgeordneten auch am gewählten Liefer- und Finanzierungsmodell sowie an der Transparenz. Die Regierung habe erhebliche Mittel und Garantien zugesagt, ohne sich ausreichende Steuerungs- und Informationsrechte zu sichern. Die Kontrollrechte bei Sizewell C Ltd seien begrenzt ausgestaltet, obwohl die öffentliche Hand wesentliche Finanzierungsrisiken trage. Das National Audit Office fordert deshalb engere Aufsicht, häufigere und öffentlich zugängliche Fortschrittsberichte sowie belastbare Vorsorgepläne für weitere Kostensteigerungen und Verzögerungen. Das Public Accounts Committee verlangt, dass Parlament und Öffentlichkeit einen Informationszugang erhalten, der dem der Anteilseigner entspricht, und dass unabhängige technische Bewertungen in kürzeren Abständen erfolgen.

Beide Berichte verweisen auf die breiteren Folgen für die britische Energiepolitik: Ein weiterer Vertrauensverlust in Großprojekte der Kernenergie würde künftige Vorhaben verteuern und verzögern. Als Lehren nennen sie bessere Vertragsbedingungen, eine klarere Risikozuteilung und stärkere Leistungsanreize für Auftragnehmer. Nur so lasse sich sicherstellen, dass nach Sizewell C geplante Projekte nicht erneut unverhältnismäßig zulasten der Steuerzahler laufen. Die Regierung wird aufgefordert, auf die Empfehlungen zeitnah zu reagieren und gegenüber dem Parlament darzulegen, wie Governance, Kostenkontrolle und Transparenz bei Sizewell C konkret gestärkt werden sollen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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